Auszug aus der Vereinschronik
Am Samstag, 22.10.2011, schloss sich der Kreis der fünf Jubiläumsveranstaltungen des MGV anlässlich seines großen Jubiläums. Der Schriftführer verfasste einen ausführlichen Bericht für den Donaukurier, der am darauf folgenden Dienstag leicht gekürzt und modifiziert erschien und dem nichts hinzuzufügen ist:
"Wann des Singa net war"
Großartiges Weinfest mit Gastchören war letzter Höhepunkt im MGV-JubiläumsjahrWenn man die richtigen Gäste einlädt, dann ist der Erfolg garantiert. Nach diesem Motto scheint der Männergesangverein 1861 Beilngries zu handeln, denn mit den musikalischen Beiträgen vieler Gastchöre und einem begeisterten Publikum gelang dem Beilngrieser MGV mit seinem Weinfest ein weiterer und letzter Höhepunkt im Reigen seiner fünf Jubiläumsveranstaltungen anlässlich seines 150-jährigen Bestehens. Nach dem Neujahrsempfang, dem Starkbierfest, dem Kreis-Chorsingen und dem Kommersabend konnte der 1. Vorsitzende des MGV, Konrad Pflieger, bei diesem letzten Festabend teils Chöre begrüßen, die anlässlich des Jubiläums schon zum wiederholten Mal ihren Weg nach Beilngries gefunden hatten, wie den Berchinger, Enkeringer und Kipfenberger MGV, aber auch über neue Gäste, gleichwohl alte Bekannte, freute sich der gastgebende Verein nicht minder. So waren Chöre aus Breitenbrunn, Burgeis, Pollenfeld und Titting gekommen, daneben eine Abordnung aus Braubach am Rhein.
Den äußeren Rahmen des dem edlen Getränk gewidmeten Sängertreffens bildete die Mittelschulturnhalle, die größte Halle in Beilngries, die man für Veranstaltungen dieser Art nutzen kann. Sie in einen festlichen Zustand zu versetzen - keine leichte Aufgabe -, hatte sich der MGV alle Mühe gegeben. Die Bewirtung der Gäste, vornehmlich mit Wein natürlich, aber auch mit allerlei anderen Speisen und Getränken, lag in den bewährten Händen der Damen des Vereins.
Pflieger unterstrich zwar, es seien in diesem Jubiläumsjahr bereits genug Dankesworte gesprochen worden, doch wollte er seine Begrüßung nicht ohne einen Dank an die Stadt Beilngries für die Unterstützung des Festes, namentlich durch Frau Bürgermeisterin Brigitte Frauenknecht, den Geschäftsleiter der Stadt, Robert Lenz, sowie die Bauabteilung stehen lassen. Neben der Beilngrieser Rathauschefin konnte Pflieger deren beiden Vertreter, Manfred Thoma und Anton Grad, sowie viele Stadträte Willkommen heißen. Weiter freute er sich über das Kommen von Bezirksrat Reinhard Eichiner und Stadtpfarrer Josef Funk.
Durch das Programm des Abends führte der Dirigent des Beilngrieser MGV, Alois Vieracker, der zunächst ankündigte, die anwesenden Stadträte hätten diesmal keine Starkbierpredigt zu fürchten, während sich der Herr Pfarrer nicht so sicher sein solle, da er beim Starkbierfest nicht da gewesen sei. Tatsächlich münzte Vieracker später eine Anekdote auf den Angesprochenen, die, wie so manche andere Geschichte, die der Chorleiter an diesem Abend zur Erheiterung der Gäste zum Besten gab, natürlich wahr sei.
Bestens amüsierte sich das Publikum nicht nur bei Vierackers Moderation, auch so mancher Liedbeitrag trug zur Erheiterung bei, wie zum Beispiel eines der beiden Lieder, die der MGV Liederkranz Kipfenberg unter Leitung von Robert Lepschy mitgebracht hatte, das Lied vom Frater Kellermeister, der von seinem Abt an den Rhein geschickt wird, den besten Wein einzukaufen, und seine Aufgabe so ernst nimmt, dass er über dem vielen Probieren die Rückkehr vergisst. Mit einer gehörigen Portion schwarzem Humor gewürzt ist die "Diplomatenjagd" von Reinhard Mey, die gekonnt vom MGV Berching, dirigiert von Hans Hutter, vorgetragen wurde.
Nicht nur der Frater Kellermeister, auch so manch anderes Lied passte zum Thema des Abends. Die Gastgeber trugen zum Beispiel "Herrliches Weinland" vor, der Männerchor Pollenfeld, geleitet von Martin Dengler, das Lied "Fröhliche Zecher" und vom MGV Rumburg Enkering, unter Stabführung von Johannes Mecking, war unter anderem das Trinklied "Ein Heller und ein Batzen" zu hören. Auch der Männerchor Breitenbrunn hatte sich dem Thema verschrieben und trug - sehr schön anzuhören - das Lied "Wirtin, schenk' ein" vor. Die Breitenbrunner werden übrigens, was man auch bei Männerchören immer häufiger sieht, von einer Frau dirigiert. Sehr engagiert steht da Birgit Kobl am Dirigentenpult.
Von einem Chor, mit dem der Beilngrieser MGV eine langjährige Freundschaft hegt, dem Quartettverein Braubach, war überraschend eine Abordnung zum Fest gekommen. Vorsitzender Jürgen Wolf überreichte als Gastgeschenk einen riesigen Bierkrug mit den Wappen von Beilngries und Braubach und einem Widmungstext. Alois Vieracker war so unvorsichtig, den ganzen Stadtrat zur Einweihung des Bierkruges in die nächste Gesangsprobe einzuladen. Doch nicht alles, was der Chorleiter an diesem Abend sagte, war ganz ernst gemeint.
Kurz darauf begrüßte Vieracker einen Gastverein, den er selbst seinerzeit als Männerchor mitgegründet und zwanzig Jahre lang geleitet hatte: die Chorgemeinschaft Titting. Als sei es abgesprochen, hatten die Tittinger passend zum Bierkrug der Braubacher als Geschenk einen Gutschein über ein Fass Bier mitgebracht. In seiner Vorrede erläuterte Chorleiter Hans Guttenberger warum man die anderen Alternativen ausgeschlossen habe. Er sagte, einen Chorleiter habe man schon mal hergegeben und einen zweiter komme nicht in Frage. Sänger gebe man auch nicht ab, die brauche man selbst und Sängerinnen könnten die Beilngrieser nicht brauchen. Die Tittinger sangen insgesamt fünf Lieder in drei verschiedenen Zusammensetzungen, als Männerchor, als gemischter Chor, und schließlich gipfelte ihr Vortrag mit allen Sängerinnen und Sängern in dem Lied "Freude schöner Götterfunken" von Beethoven und Schiller.
Einen musikalischen Höhepunkt ob ihrer Klangreinheit gab ohne Zweifel die Singgemeinschaft Burgeis. In hoher Vollendung präsentierte Chorleiter Eduard Platzer mit seinem Chor drei Lieder, bevor er mit "Wann des Singen net war" noch eine Zugabe geben musst, und auch später, beim Ausklang des Festes, der sich bis spät in die Nacht zog, erfreuten die Gäste aus dem fernen Vinschgau mit manchem wunderbaren Liedvortrag.
Zwar endet das Festjahr des Jubelvereins erst mit seinem letzten Auftritt am Heiligen Abend in der Friedhofskirche, und bis dahin wird der MGV 1861 Beilngries noch an so mancher Veranstaltung mitwirken oder diese selbst organisieren, doch fand mit dem Weinfest das aufwändige, zusätzliche Festprogramm seinen Abschluss. Mit Recht dankte Bürgermeisterin Brigitte Frauenknecht im Namen der Stadt für diesen Reigen an Beiträgen zum kulturellen Leben in Beilngries. Sie würdigte in ihrer kurzen Ansprache das ehrenamtliche Engagement des MGV, angefangen von der Dekoration bis zum Singen und der Liebe zum Verein.
| Fotos: Alexander Schmidt | |||||
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29.10.2011